Unitymedia: Ohne Widerspruch werden Kunden zum WLAN-Hotspot

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Um sein ehrgeiziges Ziel von 1,5 Millionen WLAN-Hotspots bis Ende des Jahres zu erreichen, greift Kabelnetzbetreiber Unitymedia zu Mitteln, die unter anderem Verbraucherschützern gar nicht gefallen. Ohne Widerspruch werden Privatrouter zum öffentlichen Zugang.

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 Widersprechen oder WLAN-Freigabe

„In den kommenden Wochen wird auf Ihrem WLAN-Router automatisch ein separates WLAN-Signal aktiviert“: Mit diesem kurzen Satz weist Unitymedia aktuell seine Kunden darauf hin, dass der Konzern deren Anschlüsse gerne zum Teil des großen öffentlichen WLAN-Netzwerks machen würde. Wenn Kunden nicht wünschen, dass über ihren Router auch Fremde Zugang zum Netz erhalten, müssen diese laut einem Schreiben das Golem zitiert innerhalb von 4 Wochen widersprechen.

Neben der automatischen Aktivierung des Hotspots weißt der Konzern in der Kunden-Mitteilung auch noch darauf hin, dass diese wegen des separaten, vom privaten Internet getrennten Zugangspunkt bestimmte Pflichten zu erfüllen haben: „Der Kunde hat es zu unterlassen, die Nutzung seines Homespots zu beeinträchtigen oder zu unterbinden„, ist in dem Dokument „Besondere Geschäftsbedingungen WifiSpot“ zu lesen.

und hier hakt es bei mir! Wenn ich in Urlaub fahre und für die nächsten 3 Wochen hier im Haus den Strom abschalten will, dann darf ich das gar nicht, weil das Modem weiterlaufen muß. Also, meiner Meinung, schlimmstenfalls hier: Finger weg! Widerrufen!

Unitymedia bietet allen Kunden, die der Aktivierung nicht widersprechen, eine kostenlose Nutzung aller Hotspots im Netz des Unternehmens an und geht nach eigenen Aussage davon aus, dass dieses Angebot Anklang finden wird. „Wir sind überzeugt, dass die Mehrheit unserer Kunden diesen neuen Service als Mehrwert empfindet und nutzen wird. Um für diese Kunden den Zugang zum Wifi Spot-Service so einfach wie möglich zu gestalten, haben wir uns für dieses Verfahren entschieden“, so Konzernsprecherin Helge Buchmeister gegenüber Golem (Anmerkung ich: ich dachte im ersten Moment: „Helge Schneider“ …) . Weder auf Privatsphäre noch auf die Bandbreite habe dies Auswirkungen.

Zustimmung statt Widerspruch

Verbraucherschützer üben dagegen offene Kritik an der Vorgehensweise des Konzerns. So hält Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen laut WAZ die automatische Aktivierung ohne Widerspruch für nicht zulässig: „Eine Vertragsänderung benötigt die Zustimmung des Kunden, die hier stillschweigend entgegengenommen wird“, so Bradler. Darüber hinaus sei es nicht zu akzeptieren, dass Kunden laut Geschäftsbedingungen den eigenen Router nicht mehr vom Netz nehmen können.

http://winfuture.de/news,92320.html

Ab Sommer 2016: Unitymedia startet breit verfügbares WLAN-Angebot für eigene Kunden

Neues von Unitymedia. Der Kabelnetzbetreiber plant nacheigenen Angaben, bis Jahresende über die WLAN-Router der Kunden bis zu 1,5 Millionen WLAN-Zugangspunkte bereitzustellen. Der Startschuss erfolgt im Sommer 2016. Hierbei handelt es sich um so genannte WifiSpots. Andere Unitymedia-Kunden können so über eurenRouter ins Netz gehen – mittels Smartphone, Tablet oder Laptop. Die Nutzung ist kostenlos, und das Angebot ist ab Sommer fester Bestandteil der Internettarife von Unitymedia – für Bestands- und Neukunden.

Keine neue Technologie, hat man ja sicher auch schon bei Kabel Deutschland / Vodafone gehört. Nutzer sollen sich keine Sorgen machen müssen, der Router ist so konfiguriert, dass er zwei WLAN-Signale ausstrahlt, die komplett voneinander getrennt sind: Das private WLAN für zuhause und das verschlüsselte WifiSpot-WLAN-Signal für das öffentlich zugängliche Netz.

Beide Netze sind auch innerhalb des Routers voneinander getrennt. Nutzer, die sich über die öffentliche Kennung anmelden, erhalten keinen Zugriff auf das private WLAN-Netz eines anderen Nutzers. Das Haftungsrisiko, die sogenannte Störerhaftung, liegt im Falle einer gesetzwidrigen Nutzung des WifiSpots bei Unitymedia.

Für den WifiSpot stellt Unitymedia exklusiv zusätzliche Bandbreite zur Verfügung, die gebuchte Bandbreite wird nicht beeinträchtigt. Die Geschwindigkeit beträgt 10 Mbit/s im Down- und  ein Mbit/s im Upload.

Bereits im vergangenen Jahr hat Unitymedia in 100 Städten in Nordrhein-Westfalen, Hessen und  Baden-Württemberg mehr als 1.000 öffentliche Wifi Spots entlang seiner Infrastruktur an  öffentlichen Plätzen installiert.  Hinzu kommt der PowerSpots-Service, ein Angebot für Geschäftskunden, mit denen etwa Café- oder Restaurant-Betreiber ihren Kunden einen drahtlosen Internetzugang anbieten können. An diesen öffentlichen Zugangspunkten können  auch Nicht-Unitymedia-Kunden ins Internet.

Für sie stehen für 24 Stunden 100 MB  Datenvolumen mit maximal 10 Mbit/s zur Verfügung. Nach Verbrauch des Datenvolumens wird  die Geschwindigkeit auf 64 Kbit/s gesenkt. Unitymedia Kunden surfen an den öffentlichen Zugangspunkten dagegen ab Sommer mit bis zu 150 Mbit/s und ohne Begrenzung des Datenvolumens.

Die große Antwort auf die Frage, ob das Ganze ein Muss ist: Nein, Kunden werden informiert, können  das Ganze im Online-Kundencenter unter „Meine Produkte > Internet deaktivieren > Homespot sperren“ deaktivieren.

http://stadt-bremerhaven.de/ab-sommer-2016-unitymedia-startet-breit-verfuegbares-wlan-angebot-fuer-eigene-kunden/

weitere Infos siehe auch hier:

https://www.unitymedia.de/privatkunden/angebote/unitymedia-wifispot/wifi-fuer-unsere-kunden/

Wie kann ich widersprechen?

im online Kundencenter unter „Meine Produkte“ -> „Internet“ findest du den Eintrag „Unitymedia WifiSpot Einstellungen“. Dort auf den Link „WifiSpot sperren“ klicken. Sollte der Eintrag nicht vorhanden sein, dann ist der Anschluss bzw. die vorhandene Hardware nicht dafür geeignet. Im Zweifelsfall einfach in ein paar Tagen nochmal im Kundencenter nachschauen, ob der Eintrag vorhanden ist oder nicht.
Wenn der Brief mit der Ankündigung der WiFi-Spot schon im Briefkasten war, dann kann auch schriftlich, per Brief, Fax oder E-Mail widersprochen werden.

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